Trauerbewältigung während Corona

Eine "Pandemie der Trauer"?

Corona beschäftigt uns global nun schon seit gut zwei Jahren.
Wie wirkt sich die Covid-19-Pandemie auf Sterben, Verlust und Trauer aus?
Was hat sich gewandelt?

Egal, ob ein Mensch an oder mit Corona, durch eine andere Krankheit, durch Unfall oder eine andere Ursache ums Leben kam: Die Rahmenbedingungen, um den Abschied zu gestalten und der Trauer Ausdruck zu geben, waren und sind für Angehörige seit den Einschränkungen durch Corona schwierig. 

In der Trauerforschung wird seit längerem betont wie positiv ein guter Abschied den weiteren Trauerprozess beeinflusst. Dazu gehört die Sterbetrauer in der Zeit vor dem Tod, der Abschied am Sarg und die Bestattung. Dies macht den Verlust für uns be-greifbar.  

Seit Corona fehlt vielen Angehörigen dieser gute Abschied. Sie durften oft keinen Besuch im Altenheim, im Krankenhaus oder im Hospiz mehr machen. Auch die Situation der Bestattung hat sich verändert. Wenn ein lieber Mensch an Covid-19 gestorben ist, ist ein offenes Aufbahren und Abschied nehmen bei Bestattern nicht erlaubt. Es ist nicht möglich „den Tod eines wichtigen Menschen mit allen Sinnen zu erfahren.“ (Sarah Benz, Bestatterin in Berlin).

Oder die Zugehörigen befinden sich in Quarantäne, sind selbst erkrankt und können/dürfen nicht aus dem Haus, um ihren geliebten Menschen ein letztes Mal zu sehen.
Sarah Benz hat das nachfolgende Kurzvideo in der Reihe Sarggeschichten gemacht: „Abschied aus der Ferne, Trauer in Zeiten von Corona, wie kann das gehen?“ Darin gibt es schöne Ideen, was trotz der Einschränkungen möglich ist: Um ein Foto bitten, anrufen oder Videochat machen beim Bestatter, einen Brief schreiben oder ein Bild malen und zu dem Verstorbenen legen lassen, einen Finger- oder Handabdruck machen lassen, eine Haarsträhne abschneiden lassen und zukommen lassen.

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Viele Pfleger, Bestatter, Sterbe- und Trauerbegleiter sowie die Angehörigen selbst haben genau wie Sarah Benz kreative und neue, individuelle Wege gefunden, um das Abschiednehmen dennoch würdig zu gestalten. Nicht selten gab es eine Trauerfeier per Videostream. Manche Familien hingegen schätzten eine Beerdigung im engsten Kreis, ganz für sich. Dies macht einmal mehr deutlich, dass es in der Trauer kein „richtig“ und kein „falsch“ gibt. Was Trauernden gut tut, ist individuell. 
Bei Trauerfeiern vor Ort wurde es von Gästen oft als merkwürdig empfunden, dass Berührungen tabu waren. Häufig ist Berührung ohne Worte in dieser Situation tröstlich, oft fehlen auch die Worte.

Die »Pandemie der Trauer« zu überwinden, wird eine Herausforderung. „Wenn wir keine Wege finden, die Aufmerksamkeit auf das emotionale Leiden zu lenken, wird das ernstere Probleme machen“, sagt Vickie Mays, Professorin für Gesundheitspolitik in den USA.
Jeder und jede Tote hinterlässt im Durchschnitt etwa neun nahe Verwandte (USA – in Deutschland vier). Viele Hinterbliebene trauern trotz der neuen und kreativen Wege so stark, dass sie den Alltag nicht mehr meistern können. Einige haben mehr als einen geliebten Menschen verloren, hinzu kam bei manchen noch der Verlust von Arbeit oder Wohnung. Die Existenz und die finanzielle Situation ist nicht mehr gesichert. Viel Ungewissheit und Unsicherheit erschwert den Trauerprozess, so Mays. Die Einschränkungen erschweren es zudem neue Erfahrungen zu machen und soziale Kontakte zu pflegen oder neue Kontakte zu knüpfen. Dies sind jedoch ebenfalls wichtige Schritte auf dem Trauerweg.

Was also tun ... Hilfsangebote

1. Selbsthilfe

Anja Schmid (Name von der Redaktion geändert) hat ihren Vater durch Corona verloren. Von anderen fühlt sie sich oftmals unverstanden. „Bei keiner Erkrankung kriegt man auch so viele kritische Stimmen: Bist du dir sicher, dass dein Vater wirklich Corona hatte? Oder: Hatte er nicht doch was anders? Oder: Bildest du dir das nicht alles ein?“, erzählt sie.
Daher hat sie 2021 eine deutschlandweite Selbsthilfegruppe für Angehörige von Corona-Toten gegründet.

Lass dich professionell begleiten. Ich biete Online-Trauerbegleitung an. Sie ist ortsunabhängig, sicher und unabhängig von jedweden Regelungen. Bei Online-Treffen kann ebenso viel Nähe entstehen wie offline. Wir finden einen heilsamen Weg durch deine Trauer, auch wenn die Bedingungen erschwert sind.
Wenn der Abschied gefehlt hat, hilft vielen Trauernden ein Ritual, um diesen symbolisch nachzuholen. Auch dieses Ritual gestalten wir so, wie es dir entspricht und wie du dich wohlfühlst. Entweder gemeinsam oder wir besprechen es und du führst es mit Freunden oder Familie an einem Ort deiner Wahl durch. 

Die Corona-Situation stellt auch mich als Trauerbegleiterin vor neue Fragen. In der Begleitung und im Austausch können wir voneinander lernen und es dürfen sich auch in meiner Arbeit ganz neue Wege entfalten. 

 

Neben der Einzelbegleitung leite ich auch Kurse und Gruppen. Hier können neue soziale Kontakte geknüpft werden. In einer Gruppe bist du weniger alleine mit deiner Trauer, egal ob online oder offline. In einer Gruppe entsteht Verständnis füreinander, Verbindung, Trost und Halt. Gerade in eingeschränkten Zeiten ist dies so wichtig und so wertvoll.
Du bist herzlich zu meinen Kursen und Gruppen eingeladen. Ich freue mich auf dich.  

Bildquelle: pixabay

Ich bin Svenja.

Das Schicksal brachte mich nach dem Tod meines Mannes auf den Weg zur Trauerbegleiterin

 

Um Hilfe zu bekommen und nicht in der Trauer stecken zu bleiben, bist du bei mir genau richtig:

Du bist in der Trauer nicht alleine. Ich bin für dich da.

Dich von mir für einen begrenzten Zeitraum begleiten zu lassen, kann für dich ein sehr wertvoller Weg sein.